Gemeindebezirk St. Judas Thaddäus in Duisburg-Buchholz mit der gleichnamigen Pfarr- und Gemeindekirche seit der Gründung der Pfarrgemeinde St. Judas Thaddäus am 30. September 2006
Die Geschichte der Gemeinde
Die katholische Gemeinde St. Judas Thaddäus umfasst den gesamten Stadtteil Duisburg-Buchholz und einige Straßen in Duisburg-Wanheim.
Ihre wichtigsten Grenzen sind im Norden die Wedauer Straße, im Osten die Großenbaumer Allee, im Süden der Altenbrucher Damm sowie die Straßen Am Schellberg und Am grünen Grund und im Westen die Krokusstraße und die Hortensienstraße.
Seit Gründung der Pfarrgemeinde St. Judas Thaddäus am 30. September 2006, dem Zusammenschluss aller katholischen Gemeinden im Stadtbezirk Duisburg-Süd, trägt auch die Pfarrgemeinde den Namen St. Judas Thaddäus und das Kirchengebäude ist Gemeindekirche und zugleich Pfarrkirche, der leitende Geistliche zugleich Pastor der Buchholzer Gemeinde und Pfarrer aller Gemeinden im Duisburger Süden.
Die Kirche St. Judas Thaddäus steht an der Münchener Straße und Klagenfurter Straße. Auch sie ist gleichzeitig Gemeinde- und Pfarrkirche. Nebenan im Pfarrhaus befindet sich das Büro für die Gemeinde und ebenso für die Pfarrei. Das benachbarte Gemeindezentrum trägt den Namen Karl-Martin-Haus. Wichtige Einrichtungen sind die Katholischen Kindertagesstätten an der Münchener Straße (ebenfalls neben der Kirche) und Swakopmunder Straße in der Nähe des Caritascentrums am Sittardsberg. Die Zahl der Gemeindemitglieder beträgt etwa 7000.
Schon früh nahm die Anzahl der Gemeindemitglieder nach der Gründung im Jahr 1900 stetig zu. Die erste Kirche wurde zu klein. Auch nach der Erweiterung setzte sich diese Entwicklung weiter fort.
Seit 1932 wünschten sich die Gemeindemitglieder östlich der Bahnlinie eine eigene Kirche. Aber erst 1957 wurde im dortigen Buchholzer Bezirk die Pfarre Heilig Geist gegründet und 1960 die Kirche an der Semmeringstraße konsekriert. Die am 31. August 1957 eingeweihte Kapelle in der BG-Unfallklinik diente damals – und tut es auch heute wieder – als ein Gottesdienstraum zusätzlich zur Kirche St. Judas Thaddäus.
Seit dem 1. Januar 1958 gehören die katholischen Christen in Buchholz zum neugegründeten Bistum Essen, zuvor gehörten sie zum Erzbistum Köln.
Der Bau vieler Häuser im „Afrika-Viertel“ von Buchholz war Anlass zur Gründung der dritten Buchholzer Pfarrei St. Nikolaus ab 1961, dem Bau der Notkirche 1962 und dem Kirchbau am Sittardsberg mit der Weihe im Jahr 1968.
Mit dem ersten ökumenischen Gottesdienst in Buchholz im Juni 1967 begann die Zeit vielfältiger und intensiver Begegnung und Zusammenarbeit zwischen der evangelischen und den katholischen Gemeinden in Buchholz.
Über viele Jahre existierten somit im Stadtteil Buchholz drei Pfarreien mit drei eigenen Kirchen. Hinzu kam die erwähnte Kapelle auf dem Gelände der Unfallklinik. Die über lange Zeit positive Entwicklung von Gemeindemitgliedern hielt jedoch nicht dauerhaft an.
Die abnehmende Zahl an Kirchenmitgliedern und Gottesdienstbesuchern, veranlasst nicht zuletzt durch den Bevölkerungsrückgang und Kirchenaustritte, die geringeren Steuereinnahmen und weniger Priester, zwangen die Bistums-leitung ab ungefähr 1995 zu schmerzhaften Strukturmaßnahmen für alle Gemeinden. Dazu gehören Aufhebungen beziehungsweise Zusammenschlüsse von Gemeinden, in vielen Fällen verbunden mit Kirchenschließungen. Für Buchholz hieß dies, dass aus den drei Pfarreien nach und nach wieder – wie zur Zeit der ersten Gründung – eine Buchholzer Gemeinde wurde mit nunmehr drei Bezirken, die die Gebiete der ehemals drei Pfarreien umfassen.
Konkret bedeutete dies:
Am 1. April 1999 vereinigte sich die Pfarrei St. Nikolaus mit der Pfarrei St. Judas Thaddäus. Im September 2007 fand in der Kirche St. Nikolaus die letzte Messfeier statt. Der Umbau der Kirche und des Gemeindezentrums zum Caritas-Centrum St. Nikolaus begann im Januar 2008 und wurde abgeschlossen mit der Einweihung am 1. April 2009.
Der Bischof von Essen verfügte zum 1. Januar 2002 die Aufhebung der Pfarrei Heilig Geist und den Zusammenschluss mit der Gemeinde St. Judas Thaddäus. Im Januar 2008 fand in der Kirche Heilig Geist die letzte Messfeier statt. Versuche zur Rettung des Kirchengebäudes, etwa durch den Umbau zu einem Mehrgenerationenhaus mit einigen Gemeinderäumen haben sich leider nicht verwirklichen lassen. Das Gelände wurde verkauft und das Kirchengebäude im November / Dezember 2010 abgerissen. Für viele Buchholzer in diesem Gemeindebezirk war das eine mehr als traurige Entwicklung, haben doch viele noch selbst an der Errichtung dieser Kirche mitgearbeitet.
So gibt es nun wie früher zur Gründungszeit wieder eine Gemeinde für den gesamten Stadtteil Buchholz.


