Unsere Pfarrkirche St. Judas Thaddäus
An dieser Stelle möchten wir sie einladen unsere Pfarrkirche näher kennen zu lernen. Neben dem anschließenden kleinen Streifzung durch das Innere unserer Kirche lesen sie interessantes über die Geschichte der Kirche, von der Grundsteinlegung bis heute und erfahren darüberhinaus Mancherlei über die Ausstattung unseres Gotteshauses.
Ein kurzer Streifzug durch das Innere der Kirche
Wir stehen unter der Orgelempore und sehen in das Kirchenschiff. Vor uns sind zuerst eckige Pfeiler. Wo die runden Säulen beginnen, war bis 1908 die Südmauer der Kirche. Seit 1910 ist sie um das Querschiff und den Chor erweitert. Auffällig an diesen Bauteilen sind nicht zuletzt die mit Kreuzrippen verzierten Gewölbe.
Das Langschiff hat auf beiden Seiten jeweils acht Fenster, in denen vierzehn Heilige dargestellt sind. Die 1954 von Paul Fietz entworfenen Fenster stellen auf der rechten Seite, beginnend beim Querschiff, den Hl. Augustinus und den Hl Papst Pius X. (gestiftet von den Priestern der Gemeinde), den Hl. Joseph und den HI. Sebastian (Stiftungen von KAB und Schützenbruderschaft), den Hl. Heinrich und den Hl. Frumentius (gestiftet vom KKV) und einen Engel (Orgelempore) dar sowie auf der linken Seite, beginnend bei der Orgelempore, die Hl. Cäcilia (Stiftung des Kirchenchores), die Hl. Elisabeth und die H1. Anna (oder Hl. Monika ?, gestiftet von der Frauengemeinschaft), den Hl. Aloysius und die Hl. Hildegard von Bingen (oder Hl. Agnes ?, gestiftet von der Jugend) und den Hl. Tacisius un die H1. Maria Goretti (gestiftet von der Schuljugend) dar.
Das Langschiff durchschreiten wir auf dem Weg zum Altar. Auf dieser ,,Prozessionsstraße“ können wir zu den Heiligen aufschauen. Die Madonna an einer rechten Rundsäule ist die vergrößerte Nachbildung der Muttergottes in der Rahmer Pfarrkirche (Madonna im Sturmwind“ von Gabriel Grupello, ca. 1720/1730).
Im Mittelpunkt des Chorraumes steht der Altar, Symbol für den Abendmahlstisch und die Gegenwart Christi. Über dem Altar hängt ein Kreuz, das um 1963 im Kunsthandel gekauft wurde.
Der Blickfang ist der neugotische Flügelaltar mit Darstellungen aus dem Leben der Hl. Maria, der Hl. Familie und der Verherrlichung Mariens, 1912 in einer Wiedenbrücker Werkstatt hergestellt.
Bei geschlossenen Flügeln in der Advents- und Fastenzeit, ist auf dem linken Flügel das Bild unserer Kirche zu sehen. Die oberen Figuren stellen die Hl. Elisabeth von Thüringen, den Erzengel Michael und die Hl. Hildegard von Bingen dar.
Die Chorfenster sind, wie alle Glasfenster der Kirche, Ersatz für die im 2. Weltkrieg zerstörten Fenster (P. Fietz, ca. 1952). Die schlichte Ornamentik kann diesen Sinn haben: Gotische Kirchengebäude stellen ,,das neue Jerusalem“ dar, von dem es im Buch der Offenbarung heißt, dass die Stadt eine Mauer hat, die aus Edelsteinen erbaut ist.
Im Tabernakelgehäuse von Gerd Adelmann (1973) steht der Tabernakel, der 1958 nach einem Entwurf des Kaplans unserer Gemeinde, Theodor de Poel, angefertigt wurde. Mit der Darstellung von Fischen in einem Netz zeigt der Tabernakel ein altes Symbol für Christus, das eucharistische Brot und die Gemeinde Christi. Zum Tabernakelgehäuse sagt der Künstler:
,,Die Form des Gitters wurde aus einem zweifachen Grund gewählt. Einmal entstehen durch die waagerechten und senkrechten Stäbe Kreuze, Zeichen unserer Erlösung, deren Frucht auch das Sakrament der Eucharistie ist. Das Gitter weist aber auch auf die Einengung, Bedrängung und Verstrickung des menschlichen Lebens hin, von der wir erlöst werden müssen, wozu wir Christus und seine Gegenwart im eucharistischen Brot brauchen.“
Rechts vom Altarraum steht das Taufbecken. Das Kreuz an der Wand ist eine originalgetreue Nachbildung des romanischen Kreuzes der Abteil Sant Antimo (Provinz Siena). (Stiftung von Pfarrer Ludger Schepers und Pastor Johannes Elsner).
Pfarrpatron ist der Hl. Apostel Judas Thaddäus. Dreimal ist er in der Kirche dargestellt: im rechten Querschiff als Holzstatue auf dem Altar und als Fensterfigur sowie im Langschiff auf einer Reliefplatte zu einem der Apostelleuchter. Buch oder Schriftrolle und eine Keule sind seine bekanntesten Attribute. Der Überlieferung nach wurde er wegen seines Glaubenszeugnisses mit einer Keule erschlagen. - Unterhalb der Holzstatue ist eine Reliquie des Hl. Judas Thaddäus zu sehen. Im Christentum hat die Reliquienverehrung biblische Wurzeln, doch schon im Mittelalter spielte die ,,Echtheit“ keine wesentliche Rolle. Wichtig ist der Erinnerungswert: Reliquien möchten die Menschen zum Gebet veranlassen.
Nahe der Tür im rechten Querschiff ist die Kopie einer ostkirchlichen Marienikone angebracht.
Auf dem Relief des Ambo’s hat der Künstler (G. Adelmann, 1973) das Pfingstereignis dargestellt. Das Motiv wurde gewählt, weil unsere Kirche eine Apostelkirche ist. Der dargestellte Kreis der Apostel, im Vordergrund der Hl. Petrus, ist nicht geschlossen. Die Öffnung möchte ein Hinweis darauf sein, dass alle Menschen, die von Gott ,,begeistert“ sind, dazugehören.
Im linken Querschiff steht die älteste Statue der Kirche, die Herz-Mariä-Figur. Sie ist aus Terrakotta im Nazarenerstil gefertigt und damit genau passend zum neugotischen Stil unserer Kirche. Sie kam vermutlich im Jahre 1900 in unsere Kirche. In den 50er Jahren wurde sie als ,,kitschig“ aus der Kirche entfernt, durch Verdienst eines Gemeindemitgliedes aber nicht zerstört. Sie wurde einfarbig übertüncht und außerhalb der Kirche (hinter dem Chor) aufgestellt. In den 80er Jahren wurde sie als wertvoll erkannt, restauriert und wieder in die Kirche gestellt.
Ebenfalls im linken Querschiff befindet sich das große Fenster, das mit drei Bildern aus dem Leben bzw. der Verherrlichung Mariens gestaltet ist (P. Fietz, 1953) und in der Nähe der Türe ein Holzschnitzwerk, das Maria als trauernde Mutter mit ihrem toten Sohn darstellt. Einstmals war das Bildwerk Teil einer ,,Heldengedenktafel“, die an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnerte. Heute ist es über dem aufgeschlagenen Totenbuch der Gemeinde angebracht.
Der Kreuzweg (G. Adelmann, 1976) besteht in unserer Kirche aus den bekannten vierzehn Stationen entlang der Wände und einer weiteren Station, der Auferstehung Jesu in die Hand des Vaters.
Ebenfalls entlang der Wände sind die Apostelleuchter angebracht. Sie stehen in Verbindung mit zwölf kleinen Steintafeln, Apostelkreuze genannt. Hier hat der Bischof bei der Kirchweihe die Wand mit Chrisam gesalbt. - Im Buch der Offenbarung steht: ,,Die Mauer der heiligen Stadt hat zwölf Grundsteine, auf ihnen stehen die Namen der zwölf Apostel.“ - Unter den Apostelleuchtern hängen Bronzetafeln mit der Darstellung eines Apostels und seines Namens (Künstler: Epino Weinert). - Eine dreizehnte Tafel stellt den Apostel Paulus dar. Sie befindet sich in der Nähe des Taufbeckens.
Gegenüber dem Beichtstuhl befinden sich in einer Wandnische fünf holzgeschnitzte Reliefs, darstellend Christus mit den Kirchenlehrern Augustinus und Hieronymus (rechts) und Ambrosius und Papst Gregor d.Gr. (links). Vier der Releifs stammen von der 1959 abgebrochenen Kanzel. Die Darstellung von Papst Gregor d. Gr. ersetzt das verlorengegangene Reliefs. Sie wurde von unserem Gemeindemitglied Josef Deina geschnitzt (1996).
Die Orgel will in ihrer Schauseite, dem Orgelprospekt, die Form des Flügelaltars im Chorraum nachahmen. Sie wurde am 3. November 1991 eingeweiht und von der Orgelbaufirma Romanus Seifert und Sohn in Kevelaer erbaut. Besonders jubiliert die Orgel, wenn sie den Gemeindegesang anleitet zum
“Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wie preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.”











