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Altar und Madonna erstrahlen in Gold

Im Zuge der Renovierung der kath. St. Judas Thaddäus - Kirche zu Duisburg - Buchholz, wurde die Restaurierung des neugotischen Flügelaltars beschlossen. Die Restaurierurig des Altars führte der Essener Maler und Restaurator Gerd van Heekern mit seinen Söhnen durch, der auch mit seinen Söhnen die Domkirche (Münsterkirche zu Essen) restaurierte.
 
Der reich gestochene Flügelaltar (Marien - Altar) ist mit 7 Figuren bestückt. Die beiderseitig bemalten Flügel zeigen 8 Bilder aus dem Leben Mariens. Ein großes Relief, im Mittelteil des Altars, stellt die Krönung Mariens dar. Zwei Weltkriege hat dieser Altar in der St. Judas Thaddäus Kirche erlebt. Die sehr starken Verschwalchungen, hervorgerufen durch die ununterbrochen brennenden Opferkerzen, geben Zeugnis, dass dieser Altar ein Wallfahrtsaltar ist, der durch die schweren Zeiten gelitten und seine ehemalige Pracht eingebüßt hat. Kriegseinwirkungen (Bombenpatina) und nicht zuletzt unfachgemäße Überholungen gaben dem Flügelaltar den Rest, so dass er bis zur Unkenntlichkeit entstellt war.
 
Eine restlose Erneuerung der gesamten farblichen Fassung wurde angeordnet. Die Restaurierung wurde in Verbindung mit dem Diözesan - Konservator Dipl. -Ing. M.E. Kleffner, Dombaumeister, durchgeführt.

 

Die Madonna wurde nach Beschluss des Diözesan - Konservators in Silber und Gold, in echter Polimentfassung neu gefasst. Die 1,65 m große, holzgestochene Madonnenfigur mit Kind ist eine Nachbildung der 1,20 m großen Grupello-Figur (Anfang des 18. Jahrhunderts) aus der St. Hubertus - Kirche zu Duisburg - Rahm. Die St. Judas Thaddäus - Kirchengemeinde hat die Madonna dem Herrn Dechanten A. Theissen zu verdanken, der einem tüchtigen Bildhauer den Auftrag zur Nachbildung der Rahmer Madonnenfigur gegeben hat.
 
Durch eine unfachgemäße Fassung kam die Madonnenfigur nicht zu der ihr eigenen barocken Prachtentfaltung. Für die renovierte Kirche stellt die neu gefasste Madonna neben dem restaurierten Marienaltar eine Bereicherung dar. Dem vertrauten Kirchenbesucher wird beim Anblick bewusst werden, dass der Entschluss, nun auch dieser Figur, die ihr vom Barockmeister Grupello zugedachte Fassung zu geben, richtig war.
 
Gerd van Heekern
aus der akzente – Ausgabe Ostern 1973

Unser Hochaltar

Der neugotische Marienaltar von 1912 aus einer Wiedenbrücker Kunstwerkstatt
 
neugotische Marienaltar von 1912Im Jahre 1992 stand plötzlich eine Studentin der Kunstgeschichte in unserem Pfarrbüro und sagte, sie forsche nach einem Wiedenbrücker Altar in Buchholz. Sie schreibe eine Arbeit über die Wiedenbrücker Altäre und habe schon fünfmal in einem Buchholz vergeblich nachgefragt. - Die Studentin war jetzt am richtigen Ort. Sie übergab zwanzig Kopien von Schreiben aus Wiedenbrück (heute Rheda-Wiedenbrück i. W.) und von Pastor Zehnpfennig von St. Judas Thaddäus aus der Zeit von 1909 bis 1918 und versprach, ein Exemplar ihrer Forschungsarbeit unserer Gemeinde zuzusenden, wozu es jedoch leider nicht gekommen ist.
Die Kopien der Briefe, Angebote und Postkarten enthalten wichtige Erkenntnisse über unseren Hochaltar. Eine Zusammenfassung:

  • Der Marienaltar war ursprünglich nicht als Hochaltar vorgesehen. Im Jahre 1909 sind neben dem Marienaltar ein Hochaltar (bedeutend größer als der Marienaltar) und ein Judas-Thaddäus-Altar geplant worden.
  • Am Jahre 1912 wird an die Bestellung der Predella mit Tabernakel für den Hochaltar gedacht, ausdrücklich noch nicht an die Bestellung des Hochaltars.
  • Am 01. Februar 1916 wird die Predella mit Tabernakel bestellt. Die Lieferung dürfte im April oder Mai 1916 erfolgt sein. (Die Predella mit Tabernakel stand bis zur Neugestaltung des Kircheninnern 1957/58 auf dem Altar und diente in der Zeit, als der Marienaltar im Chorraum aufgestellt war - nach 1925 bis 1938 -, als Untersatz des Marienaltars.)
  • Letztmalig am 14. November 1918 wird unserer Gemeinde der JudasThaddäus-Altar angeboten, mit Figuren und bemalten Altarflügeln; Breite des Unterbaus 1,75 Meter, Gesamthöhe des Aufbaus 2,55 Meter.

 

Der Wiedenbrücker Marienaltar