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Glocken in Buchholz

In den Türmen der Buchholzer Kirchen läuteten insgesamt 14 Glocken. Nachdem die ehemalige St. Nikolaus - Kirche zum St. Nikolaus - Haus wurde und jetzt das Caritascentrum beherbergt und die Heilig Geist - Kirche nicht mehr genutzt wird, hat sich die Zahl der Buchholzer Glocken deutlich reduziert. In unserer katholischen Pfarrkirche kündet nur noch eine Glocke (neben weiteren der evangelischen Jesus Christus - Kirche) vom kirchlichen Leben an diesem Ort und möchten rufen, zum Gedenken anhalten und erfreuen.



Die Kirche St. Judas Thaddäus hat im Turm des Querhauses ihre einzige Glocke. Doch das war nicht immer so. Die erste Glocke wurde im Jahre 1900 in den Dachreiter über dem Portal an der Münchener Straße gehängt. Sie stammte aus dem Besitz der Mutterpfarre St. Peter und Paul in Huckingen und war 1706 als ,,Paulusglocke" gegossen worden. Drei weitere Glocken erhielt die Kirche nach dem Anbau von Querhaus und Chor (1909 - 1910) in den Turm an der Klagenfurter Straße: die ,,Marienglocke" die ,,Judas-Thaddäus-Glocke" und die Schutzengelglocke".

Bekannt ist, dass der Männergesangverein "Sängerkreis" im Jahre 1907 eine Konzerteinnahme von 484 Mark für die Anschaffung von Glocken gestiftet hat.
Doch die Freude am Geläute der vier Glocken währte nur wenige Jahre.
Im Frühjahr 1917 mussten drei Glocken abgegeben werden, damit sie für
 Kriegsgerät eingeschmolzen werden konnten. Es waren die
 "Paulusglocke", die "Marienglocke" und die "Judas-Thaddäus-Glocke".

Der Buchholzer Lehrer Karl Merz dichtete damals:

“Feldgraue Glocken, ihr geht in den Krieg.
Habt oft gejubelt nach glänzendem Sieg.
Habt auch geklagt mancher Mutter Gram
um einen der ging und nicht wiederkam.
Feldgraue Glocken, ihr geht in den Tod,
zerschlagen, geschmolzen auf Kaisers Gebot.”


Im Jahre 1924 wurden zwei neue Glocken gekauft, die aus Eisen gegossen waren. Der Chronist der Kirchenchor-Festschrift von 1927 schrieb dazu:

"Der beschaffte Ersatz reicht nicht an die Reinheit und Schönheit des alten Geläutes heran."

Drei Glocken hatte die Kirche in einem kleinen Turm, aber keinen
Kirchturm! Zwar zeigt der Plan des Architekten Alfred Tepe aus dem
Jahre 1908 für unsere Kirche einen hohen Turm, wie er für neugotische
 Gotteshäuser üblich ist (z.B. in Huckingen), der Turm ist aber nie gebaut
worden.

Am 1. September 1939 begann der zweite Weltkrieg, und im Januar und Februar 1942 mussten "alle Glocken bis auf eine" abgegeben werden.
 Von den drei Glocken wurden die zwei im Jahre 1924 erworbenen abgegeben. Die Bestimmung lautete, dass die größten Glocken zum
 Einschmelzen freizugeben seien.

So verblieb unserer Kirche lediglich die "Schutzengelglocke" aus dem Jahre 1909.

Die Schutzengelglocke aus dem Jahre 1909

Eingang zum Glockenturm Aufgang zum Glockenturm Die Schutzengelglocke aus dem Jahre 1909 Schutzengelglocke aus dem Jahre 1909 Schutzengelglocke aus dem Jahre 1909